Seit zwei Jahren sehe ich, wie sich der Geist eines FREUNDES verändert hat. Dort, wo einst Klarheit, Mut und die alten Tugenden herrschten, treten nun Habgier, Rastlosigkeit und ein schleichendes Vergessen auf.
Um seinen Wohnort herum entstand ein Kranz aus dutzenden Türmen – nicht wie Technik, sondern wie eine metallene Palisade, die Tag und Nacht Infraschall durch Boden und Körper jagt. Der unsichtbare Schlag raubt den Schlaf und macht den Geist mürbe.
Selbst die weißen Birken, Wächterbäume und Schutzlinien der Landschaft, wurden ohne Grund gefällt. Kein Bau brauchte sie – sie wurden ausgelöscht, als wolle man den letzten Halt brechen.
Und ich erinnere mich an eine andere Stelle, im Wald zwischen Gelnhausen und Büdingen: Dort standen einst sechs riesige Ameisenhügel dicht beieinander – auf kaum fünfzig Metern wie ein lebendiges Netz. In jener Zeit regte sich dort etwas Unsichtbares: feine Naturwesen machten sich bemerkbar, indem einzelne Grashalme wie von Geisterhand wippten.
Doch seit der Windpark zwei Kilometer entfernt errichtet wurde, ist alles verschwunden. Kein Ameisenhügel, kein Wispern der Natur, keine Hüter mehr. Es ist, als wäre das Land selbst betäubt worden.
So wirken nun zwei Kräfte zusammen: Der technische Druck der Türme und der geistige Schnitt durch den Verlust der Bäume. Und wo diese beiden wirken, beginnen die Werte der Alten zu verblassen.
Zehn Jahre lang führte der Seiderman mit diesem FREUND einen unsichtbaren Krieg gegen die Intrigen der Kirche. Beide standen Seite an Seite, untrennbar. Doch dann wurde sein Wohnort in einem Halbkreis von Türmen umstellt, und der Infraschall wandelte ihn vom Schamanen zum Materialisten. So zerbrach das Team – der Bann trennte, was stark war.
Doch der Bann konnte nicht alles zerstören: Heute steht an der Seite des Seidermanns der Technomystiker und ISOKA. Der Versuch, ihn zu isolieren, ist fehlgeschlagen. Aus dem Verlust ist eine neue Allianz geboren.
„Mit jedem weißen Stamm, der fällt, und jedem Hügel, der verstummt, wird der Boden offener für den Bann. Aber wo drei zusammenstehen, findet der Bann sein Ende.“