⚒ Projekt neu eröffnet – Feldforschung folgt. ⚒
Paradies · Teufelchen · romanische Schwelle
Beta · Abtei am Laacher See
Die Abtei Maria Laach trägt vor dem Westbau das Paradies – eine romanische Vorhalle um 1220, das einzige erhaltene Atrium-Paradies nördlich der Alpen. An Kapitellen und Friesen: Drachen, Mischwesen, Fratzen. Nicht heidnische Verherrlichung, sondern Schwellenkunst: Chaos und Versuchung draußen, Ordnung und Licht drinnen.
Am Portal sitzt das Laacher Teufelchen – Schreibbrett und Griffel in den Händen, der Buchhalter der Sünde an der Pforte. Wer eintritt, wird erinnert: Verfehlungen bleiben nicht unbemerkt. Daneben Löwe und Drache im Kampf, Menschen in Ranken und Monsterfängen – steinerne Katechese für eine Zeit, die mehr sah als las.
Für die Benediktiner war das Paradies Alltagsschleuse: Löwenbrunnen zur Waschung, Statio vor der Prozession, Empfang für Pilger und Bittsteller an der Grenze zur Klausur. Apotropäisch nach außen, liturgisch nach innen.
Der Seiderman nimmt den Ort als neues Projekt auf: Feldforschung, Bildprogramm, Schwelle zwischen Welt und Kreis – ohne die Abtei zur Kulisse zu verwässern. Mehr folgt.