Der Seiderman murmelte neulich:
„Meine Urgroßmutter war ’ne Hexe, jawoll! Wenn das Vieh nicht kalben wollte oder das Ferkel stecken blieb, zog sie ihren Hut und den alten Mantel an. Dann stapfte sie in den Stall, während draußen die Männer schon kreidebleich wurden vor Angst.
Drinnen flüsterte sie dem Vieh was ins Ohr… eine Formel, so alt wie der Nebel über den Mooren. Und siehe da — das Kalb kam raus wie geschmiert, die Sau atmete auf, die Hühner gackerten in Trance.
Die Leute draußen? Die standen mit großen Augen da und dachten: ‚Die Alte, die kann mit den Geistern reden!‘
Aber die Alte? Die lachte nur. Nach getaner Arbeit wischte sie sich die Hände ab, nahm den Hut ab und verschwand wieder in ihre Kammer — als wär nix gewesen.
Die Angst blieb… und der Respekt auch.“
Der Seiderman sagt:
„So ist das, wenn Blutlinie und Seiðr sich treffen: Es wird geflüstert, gezittert und geboren — alles auf einmal.“